FRANCOIS POMPON (1855-1933)
FRANCOIS POMPON, Französischer Bildhauer, Schüler von Rodin und berühmt für seine stilisierten Tierfiguren.

Pompon wurde in Saulieu im französischen Burgund als Sohn eines Tischlers geboren. Mit 15 Jahren begann er bei einem Bestattungsunternehmen in Dijon zu arbeiten. Dort erlernte er die Grundprinzipien der Bildhauerei. In den Abendstunden nahm er Unterricht an der Ecole des Beaux Arts. Fünf Jahre später ging er nach Paris, wo er in Montparnasse tagsüber weiter als Bestatter arbeitete und abends die Ecole Nationale des Arts Décoratifs besuchte. Später wirkte er an den neuen Dekorationen des Rathauses mit, das zu Commune-Zeiten in Brand gesteckt. wurde. Im Laufe seiner Ausbildung lernte er den Bildhauer Pierre-Louis Rouillard kennen. Rouillard schuf Tierfiguren. Diese Verbindung könnte als Inspirationsquelle betrachtet werden für das Werk, für das Pompon später berühmt wurde. 1882 heiratete er Berthe Velain, die wie seine Mutter als Näherin arbeitete. Er strebte danach, ein eigenes Oeuvre aufzubauen. Sein erstes großes Werk „Cosette“ zieht zwar die Aufmerksamkeit der Salonjury auf sich – eine selbständige Karriere als Bildhauer scheint jedoch noch in weiter Ferne. Schließlich arbeitete er bei Rodin, wo er nach drei Jahren „Chef de l’Atelier“ wurde. Ab 1896 arbeitete Pompon viel für den damals berühmten Bildhauer René de Saint-Mareaux, der 1916 starb. Darüber hinaus suchte er weiter nach einem eigenen Stil, wobei seine Vorliebe fürs Modellieren unter freiem Himmel eine große Rolle spielt. Zu diesem Zwecke entwickelte er eine geniale Modellieranlage. Auch wurde Pompon von der „Bande à Schnegg“, eine Bildhauergruppe rundum Rodin, der Pompon angehörte, stark beeinflusst. Gemeinsam suchten sie nach neuen stilisierten Formen, denen die monumentale Heiterkeit der klassischen Bildhauerkunst zu Grunde lag. Pompon konzentrierte sich dabei immer mehr auf Tierfiguren. Er wurde jedoch vom breiten Publikum nicht anerkannt, und er durchlebte schwierige Zeiten. Erst ab 1919 weckte sein Werk mehr Interesse. Er verkaufte eine Turteltaube aus Stein ans Musée de Luxembourg und zwei Jahre spätere drei Tierfiguren aus Gips an das Musée de Grenoble. Erst im Alter von 67 Jahren kam mit der Ausstellung „l’Ours blanc“ in Gips im Salon des Artistes Français der große Durchbruch. Erfolgreiche Ausstellungen in Tokio und Osaka folgten. Pompon schuf den inzwischen weltberühmten Eisbär in Marmor. Das Museum von Saint-Omer kaufte einige seiner Werke, und 1929 bekommt der Eisbär einen Platz im Musée de Luxembourg. Die fast 3000 Werke, die Pompon bei seinem Tod dem französischen Staat hinterlässt, sind im Musée des Beaux Arts in Dijon ausgestellt. Das Musée d’Orsay in Paris verfügt über eine große Gipsmodellkollektion.


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