PIETER BREUGEL DER ÄLTERE
Obwohl vor allem als Chronist des täglichen Lebens bekannt, wie es sich in der Provinz Flandern auf dem Land abspielte, mit den Gemälden "Spreekwoorden" (Sprichwörter) und "Kinderspelen" (Kinderspiele) hat das Werk von Breugel auch eine andere Seite, die uns an Hironymus Bosch (=1516) denken lässt. Wie bei allen frühen Künstlern spielt die warnende Moralität eine große Rolle. Der Mensch fühlte sich von einer feindlichen Außenwelt umgeben, voller natürlicher und menschlicher Gewalt, mit epidemischen Krankheiten und anderen Bedrohungen, die man sich damals nur als vorbestimmtes Schicksal erklären konnte. Künstler und Geistliche waren diejenigen, die den Menschen Wege zur günstigen Beeinflussung des Schicksal zeigen sollten. Von Breugel kennen wir allerdings auch eine leichte Seite. Er rief ein Gefühl der Verfremdung hervor, wenn er spielerische Szenen in imposanten, prächtig gemalten Landschaften stattfinden ließ und durch seine heitere Übertreibung wirkte "Pieter de grappige" (Pieter der Lustige), wie er auch genannt wurde, auf die Lachmuskeln seiner Zeitgenossen.

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